Priming, Konsumpsychologie, Marketingpsychologie und Kaufentscheidungen. In diesem Video geht es um eine bekannte Studie aus der Verhaltensforschung, die zeigt, wie stark unser Verhalten unbewusst beeinflusst werden kann.
1999 führten Forschende ein Experiment in einem Supermarkt in Schottland durch. In einem Weinregal standen französische und deutsche Weine mit ähnlichem Preis und vergleichbarer Qualität. Der einzige Unterschied war die Hintergrundmusik im Laden.
In der ersten Woche lief ausschließlich französische Musik. In dieser Zeit griffen Kundinnen und Kunden fast dreimal so häufig zu französischem Wein. In der zweiten Woche wurde die Musik gewechselt. Nun lief deutsche klassische Musik. Das Ergebnis kehrte sich um. Jetzt wurde dreimal so häufig deutscher Wein gekauft.
Besonders interessant war die anschließende Befragung der Käuferinnen und Käufer. Die meisten gaben an, ihre Entscheidung aufgrund von Preis, Qualität oder Geschmack getroffen zu haben. Nur eine einzige Person erwähnte die Musik als möglichen Einfluss.
Dieses Phänomen nennt man Priming. Dabei aktivieren bestimmte Reize unbewusst Assoziationen im Gehirn, die unsere Entscheidungen beeinflussen können. Musik, Bilder, Farben oder Worte können so unsere Wahrnehmung und unser Verhalten lenken, ohne dass wir es bewusst merken.
Das Experiment zeigt, wie subtil Marketing wirken kann und wie oft unser Gehirn auf automatische Verbindungen und mentale Abkürzungen zurückgreift.
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6 Comments
Quelle:
North, A. C., Hargreaves, D. J., & McKendrick, J. (1999). The influence of in-store music on wine selections. Journal of Applied psychology, 84(2), 271.
Maracuja, daran hab ich gedacht. Liegt vielleicht daran, das ich keine Weintrimkerin bin?
Pflaume
Erdbeere
Edit: wenn jemand sagt er oder sie könne mich beeinflussen denke ich sofort an eine Frucht, Obst, Gemüse einer Farbe und Zahl. Diese ändere ich dann auch nicht mehr 😂
Kiwi
Aber ja, als zweites Hatte ich eine Weintraube. Erwischt…
Banane